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Fehlerkultur als Erfolgsbedingung

[fa icon="calendar"] 13.03.2018 10:49:00 / by Matthias Ernst

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Es sagt sich so leicht. Aus Fehlern lernen. „Bei uns herrscht eine intakte Fehlerkultur.“ Seien wir ehrlich: Wir alle fürchten uns davor, Fehler zu machen, Erwartungen zu enttäuschen. Oder davor, dass ein Kollege einen Fehler macht, der uns das Arbeiten erschwert. Wenn der Chef mal danebengreift, wird’s vielleicht sogar richtig gefährlich. Und doch zeigen gerade die größten Erfolgsgeschichten, dass Fehler nicht als Störfaktor einfach dazugehören, sondern für deren Gelingen unentbehrlich sind. Sofern man richtig mit ihnen umgeht.

Seit vielen Jahren erzählt man sich immer wieder folgende Geschichte: Der Mitarbeiter einer Firma, sonst sehr zuverlässig, begeht einen folgenschweren Fehler. Das Unternehmen kostet sein Patzer eine Viertel Million. Reumütig bietet der Mitarbeiter seine Kündigung an. Darauf antwortet sein Chef entrüstet: „Sind Sie denn verrückt? Ich lasse doch niemanden gehen, in dessen Ausbildung ich gerade eine Viertel Million investiert habe!“

 

Fehlervermeidung um jeden Preis führt zu... Fehlern

Höchstwahrscheinlich hat sich diese Geschichte so nie zugetragen. Zu gut passt sie ins Konzept derer, die in Coachings und Vorträgen für einen konstruktiven Umgang mit Fehlern werben. Aber sie veranschaulicht eine äußerst gesunde Haltung zum Thema. Leider oft als Gegenmodell zur Wirklichkeit. Und viele von uns haben es wahrscheinlich schon anders erlebt. Wer beichten muss, dass was schiefgegangen ist, dem blühen schrille Zurechtweisungen vor den Augen aller Kollegen und Lästereien hinter seinem Rücken. Nervosität macht sich breit, niemand will das erleben. So schleichen sich erst recht Fehler ein. Oder noch schlimmer, die Mitarbeiter verrichten nur noch Dienst nach Vorschrift. Jegliches Risiko gilt es zu vermeiden. Die verheerendste Konsequenz ist, dass Fehler verheimlicht oder die Verantwortung dafür abgeschoben wird. Eine immense Energiemenge fließt so in die persönliche Gesichtswahrung statt in die Behebung des Problems.

Gerade für uns in der Softwareentwicklung wäre eine solche Atmosphäre eine Katastrophe. All unsere Produkte beginnen mit einer Idee. Diese Idee wird zu Code. Wir testen den Code. Die Idee wird Wirklichkeit. Es kommen zusätzliche Funktionen dazu. Der Code wird erweitert, aber im Test zeigt sich, wir haben einen Konflikt übersehen. Wundervoll! Wir wissen, dass die Idee funktioniert, und wir haben gerade eine potenzielle Schwachstelle ausgemacht, die wir jetzt vermeiden können. Also weg mit dem ersten Entwurf, wir schreiben den Code neu, jetzt auf einem stabilen Fundament. Gerade, wenn wir unter Zeitdruck stehen, kann das wehtun. Aber solange das Resultat dadurch besser wird, ist es das immer wert.

 

Rückschläge als Chance

Bei agorum® trifft jeder von uns seine eigenen Entscheidungen. Ganz egal, ob in der Entwicklung, dem Support oder dem Marketing. Und wo Menschen Entscheidungen treffen, irren sie sich manchmal. Uns ist nicht wichtig, dass das um jeden Preis vermieden wird. Uns ist wichtig, dass der Mitarbeiter dadurch lernt, dass er seine Energie darauf verwendet, das entstandene Problem zu lösen. Gerne mit der Hilfe seiner Kollegen. Und je früher die Fehler passieren, desto besser. Weswegen wir auch neuen Mitarbeitern schon früh viel Verantwortung anvertrauen. Nur so können sie lernen, wo Stolpergefahr ist, damit sie später umso fester auf den Beinen stehen.

Klingt zu idealistisch? Kleine Unternehmen können da leicht reden? „Wenn man jeden nach einem Fehler feuern würde, wäre ich selber nicht mehr hier“, sagte Ron Dennis in seiner langjährigen Zeit als Teamchef bei McLaren. Im renommierten Rennstall wird jeder Fehler, jede Panne begrüßt. Die Präventionsmaßnahmen, die auf deren Basis eingerichtet werden, können schließlich einmal Leben retten. Und es ist auch für Welt-Ikonen nicht anders. Walt Disneys erste Filme fanden beim Publikum nur wenig Anklang. Und als er mit „Oswald der lustige Hase“ endlich Erfolg feierte, war selbst das ein Rückschlag, da er vergessen hatte, die Kopierrechte dafür zu sichern. Er gab dennoch nicht auf, lernte aus diesen Erlebnissen und wurde ein paar Jahre später mit Mickey Mouse und Co. zu einer Legende.

 

Fazit:

Firmeninhaber, Führungskräfte, Manager – sie alle tun gut daran, ihren Mitarbeitern zu erlauben, an die Grenzen zu gehen, und auch einmal darüber hinaus. Aus Risiken entstehen Chancen. Und aus Chancen entsteht Erfolg. In unserem Fall ein hoch innovatives DMS, das Fehler durch die Nutzer vermeidet, weil wir sie schon begangen und korrigiert haben. Um es mit Winston Churchill zu sagen: „Ein kluger Mann macht nicht alle Fehler selbst. Er gibt auch anderen eine Chance.“

 

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Themen: Reinventing agorum, Agil arbeiten




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